Widerstand ist zwecklos. Sobald Lianne La Havas, 22, zu singen anfängt, erliegt jeder ihrem Charme. Das wird ziemlich schnell klar, als die Britin im Berliner Heimathafen ein paar Nummern ihres Debütalbums 'Is Your Love Big Enough?' vorstellt. Sie steht ganz allein auf der Bühne und begleitet sich selbst auf ihrer Gitarre. Mit ihrer warmen Soulstimme offenbart sie ihre persönlichen Liebesdramen, die sie in filigranen Pop oder Folk einbettet. Es ist wohl kaum übertrieben, ihre melancholischen Stücke als äußerst intim zu bezeichnen. „Sicherlich würde ich nicht über alles reden, was ich in meinen Songs preisgebe“, räumt sie ein. „Andererseits finde ich, eine Künstlerin sollte bedingungslos ehrlich sein.“ Diesem Anspruch wird die Tochter einer Jamaikanerin und eines Griechen, die bei ihren Großeltern in Süd-London aufwuchs, zweifelsohne gerecht. Weil sie sich niemals mit dem Mittelmaß zufrieden geben würde. Monatelang hat sie an ihren Liedern gefeilt, der Produzent Matt Hales, besser bekannt als Aqualung, unterstützte sie dabei: „Wir harmonieren künstlerisch total gut miteinander. Matt ist jemand, der stets das Beste aus mir herausholt.“ Darum ist es auch nicht überraschend, dass die Sängerin in ihrer Heimat bereits als nächster Stern am Pop-Firmament gehyped wird. Trotz der hohen Erwartungen bleibt sie relativ locker: „Ich schaue einfach mal, was mir die Zukunft bringt.“